Angeblich kommt Bewegung in die Debatte um das Zentrum für Islamische Theologie Münster

Münster (KNA/iz). In die Debatte um das Zentrum für Islamische Theologie (ZIT) an der Universität Münster kommt Bewegung. Wie die Hochschule am Sonntag ankündigte, will sich Anfang des kommenden Jahres der für das ZIT zuständige Beirat zu seiner konstituierenden Sitzung treffen. Darauf hätten sich die Universität und der Koordinationsrat der Muslime verständigt.

Die acht Mitglieder des Gremiums sollen über Professoren und Lehrinhalte bestimmen und werden je zur Hälfte von der Hochschule und vom Koordinationsrat vorgeschlagen. Zwei nacheinander von den Islamverbänden aufgebotene Kandidaten stießen wegen des Vorwurfs mangelnder Verfassungstreue allerdings auf Ablehnung. Deswegen lagen die Ernennung von Professoren oder die Verabschiedung von Lehrplänen bislang auf Eis.

Ursprünglich war die erste Beiratssitzung den Angaben der Universität zufolge für den kommenden Donnerstag vorgesehen. Der nun erfolgte Aufschub solle den im Koordinationsrat vertretenen Verbänden Gelegenheit geben, die zwei noch ausstehenden Plätze zu besetzen. „Wir sind zuversichtlich, dass wir zu einer Lösung kommen“, so die Rektorin der Universität, Ursula Nelles.

Derzeit herrscht auch Unklarheit über das vom KRM angekündigte Gutachten über die Einlassungen von Prof. Dr. Khorchide. Bisher ist es noch nicht zu der für Anfang Dezember angekündigten Veröffentlichung gekommen. Eine erste Version kursierte bereits vorab halböffentlich im Netz und wurde einigen Journalisten zugänglich gemacht. Insider berichteten, dass es wider Erwarten zu Meinungsverschiedenheiten auf der abschließenden KRM-Sitzung gekommen sei. Ein weiteres Treffen soll diesen Montag eine Klärung bringen. Andere Beobachter vermuten, dass der Streit um die zukünftige Stellung Khorchide, wenn er ungelöst bleibt, zu einer schweren Belastung der Beziehung innerhalb des Beratungsgremiums führen könnte.

Das ZIT ist eine von bundesweit vier universitären Einrichtungen, in denen künftig islamische Theologen ausgebildet werden. Ende November war Bundespräsident Joachim Gauck in Münster zu Gast. Um das ZIT gibt es seit längerem kontroverse Diskussionen. Der Koordinationsrat der Muslime wirft dem Leiter des Zentrums, dem Theologen Mouhanad Khorchide vor, nicht bekenntnisorientiert, sondern wie ein Orientalist zu argumentieren.

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Nach den jüngsten Terroranschlägen wird auch online getrauert. Einige Nutzer bemängeln allerdings, dass die Opfer in Brüssel mehr Aufmerksamkeit erhalten als die aus Istanbul. Konkurriert virtuelle Trauer miteinander?

Bonn (KNA). Tim und Struppi trauern. Das zerstörte Brüsseler Atomium ist mit Blut verschmiert, und Manneken Pis richtet seinen Wasserstrahl auf vermummte Terroristen, Bomben und glimmende Lunte: Die Attentate in Brüssel bewegen die Menschen. Viele verleihen ihrer Anteilnahme mit Bildern und Zeichnungen in den Sozialen Netzwerken Ausdruck.

Doch einige Nutzer üben auch Kritik: Online werde häufiger für Brüssel „gebetet“ als für Istanbul. Ist Trauer nur noch etwas wert, wenn sie virtuell und öffentlich kommuniziert wird?

Grundsätzlich habe sich die Trauer- und Gedenkkultur massiv verändert, wie Jürgen Bärsch, Professor für Liturgiewissenschaft an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt sagt. Vor allem in Sozialen Netzwerken seien viele neuartige Gedenkformen zu finden, etwa virtuelle Kerzen und Videoblogs zum Gedenken an die Toten.

Dass Trauer im Internet einen hohen Stellenwert hat, zeigt der Trend auf dem Sozialen Netzwerk Twitter: Die Schlagworte #PrayForBelgium (dt. „Bete für Belgien“) und #JeSuisBruxelles (dt. „Ich bin Brüssel“) waren am Dienstagmittag die meist verwendeten Hashtags. Auch bei den Gewalttaten in Istanbul am Wochenende gab es virtuelle Beileidsbekundungen, die viele Nutzer mit dem Begriff #prayforistanbul (dt. „Bete für Istanbul“) versahen.

Nach Einschätzung des Erlanger Kultur- und Religionspsychologen, Lars Allolio-Näcke, ist die Trauerbekundung auf Sozialen Netzwerken eine „Entlastungsstrategie“. Für die Menschen sei es einfach, dort ihr Mitgefühl auszudrücken; sie kämen gar nicht auf die Idee, an die Orte des Geschehens zu fahren. Vor allem Jugendliche hätten keine Vorstellung mehr von realer, gesellschaftlicher Partizipation; die mediale Inszenierung und Likes auf Facebook seien wichtiger als reales Engagement.

Und dabei, so scheint es, entsteht eine Art Konkurrenzkampf bei der Veröffentlichung der Trauerbekundungen: Noch am Tag der Gewalttaten bemängelten einige Nutzer auf Facebook und Twitter, dass die Anschläge in Istanbul nicht die Aufmerksamkeit bekommen hätten, die Brüssel jetzt zuteilwerde. „Gab es eigentlich so was wie #prayforankara oder #prayforistanbul?“, fragt beispielsweise ein User bei Twitter. „Praying for Istanbul – Wie wäre es mal damit?“, kommentiert ein anderer auf Facebook.

Allolio-Näcke kennt das Phänomen. Ihm begegneten häufig Muslime, die ihm spiegeln, dass in Deutschland zu wenig über Geschehnisse außerhalb von Europa berichtet werde – auch in den klassischen Medien. Durch Medien aus ihrem eigenen Kulturkreis, die sie von Deutschland aus verfolgen, seien sie eine intensivere Berichterstattung gewöhnt.

Zudem seien deutsche Medien sehr kritisch, so Allolio-Näcke. Nur wenige Tage nach dem Anschlag in Istanbul zu Jahresbeginn sei dieser hinterfragt und bezweifelt worden, ob beispielsweise die Informationen der türkischen Regierung über den Täter nicht zu voreilig gewesen seien. Diese Frage werde nach Anschlägen in westlichen Ländern kaum gestellt, erklärt der Psychologe.

„Muslime fühlen sich als Menschen zweiter Klasse“, meint Allolio-Näcke. Zudem fühlten sie sich hilflos, wenn sie verfolgten, was in Ländern wie der Türkei oder Ägypten vor sich gehe, zu denen sie einen großen Bezug hätten.

Ein Phänomen, das auch westliche Internetnutzer kennen. Psychologen sprechen von „kognitiver Geografie“: Die Verbindung zu einem Ereignis ist umso größer, je mehr Gemeinsamkeiten mit den dort lebenden Menschen empfunden werden.

In einem Punkt geht es allen Menschen nach Gewalttaten wie in Brüssel oder Istanbul ähnlich: „Sie spüren eine Ohnmacht, dass sie nichts machen können“, sagt der Psychologe. Umso wichtiger seien ihnen Trauerbekundungen im Internet: Durch sie entsteht ein Gefühl kollektiver Anteilnahme.

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